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EOS Tokenomics: wie viele Token es gibt und wie neue entstehen

Die Geldpolitik von EOS hat sich 2024 grundlegend geändert: Aus einem inflationären Modell wurde ein festes Maximum von 2,1 Milliarden Token mit Halving alle vier Jahre. Hier finden Sie Anzahl, Umlauf, Ausschüttungsplan und Verteilung – mit On-Chain-Daten statt Schätzungen.

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3D-Illustration gestapelter Goldmünzen auf blauem Hintergrund
2,1 Mrd.maximales Angebot

6 Min. Lesezeit

Auf dieser Seite
  1. EOS Anzahl und Umlauf auf einen Blick
  2. Vom inflationären Modell zur festen Obergrenze
  3. EOS Halving: der Zeitplan bis 2044
  4. Wohin die Ausschüttungen fließen
  5. EOS und A: der Stand des Tauschs
  6. Typische Denkfehler bei der EOS Anzahl
  7. Block.one, ICO und die Verteilung der Anfangszeit
  8. Was die Tokenomics für den Kurs bedeuten
  9. Weiterlesen

TL;DR

  • Max Supply: 2,1 Milliarden Token – seit 2024 fest, für EOS und A gleichermaßen.
  • Im Umlauf sind laut CoinGecko und CoinMarketCap rund 1,68 Milliarden A.
  • Die Ausschüttungsrate von rund 3,62 % pro Jahr halbiert sich alle vier Jahre, erstmals am 1. Juni 2028.
  • Eine Reserve von 250 Millionen Token finanziert das Staking, ebenfalls mit Halving alle vier Jahre.

EOS Anzahl und Umlauf auf einen Blick

Die Frage „Wie viele EOS gibt es?“ hat seit dem Rebranding zu Vaulta zwei Ebenen. Auf der Chain existieren zwei Token-Verträge: der alte eosio.token mit dem Kürzel EOS und der neue core.vaulta mit dem Kürzel A. Beide zeigen ein Angebot von exakt 2.100.000.000 Token. Das bedeutet nicht, dass es 4,2 Milliarden gibt: A wird nur gegen eingeliefertes EOS im Verhältnis 1:1 freigegeben.

2,1 Mrd.Max Supply (EOS und A)
≈ 1,68 Mrd.Umlauf laut CoinGecko/CMC
≈ 940 Mio.bereits in A getauscht
3,62 %jährliche Ausschüttungsrate

Die Umlaufmenge von rund 1,68 Milliarden A ist der Wert, mit dem Datenanbieter die Marktkapitalisierung berechnen. Die Differenz zum Maximum steckt vor allem in Systemkonten: Das Konto eosio hält rund 422 Millionen, der Staking-Pool eosio.rex rund 407 Millionen und eosio.stake rund 141 Millionen Token. Diese Bestände sind nicht frei handelbar, gehören aber zum ausgegebenen Angebot.

Vom inflationären Modell zur festen Obergrenze

Das ursprüngliche Modell

EOS startete 2018 mit 1 Milliarde Token. Davon wurden 900 Millionen im einjährigen ICO verkauft, 100 Millionen gingen an Block.one. Danach wuchs das Angebot durch Inflation weiter; die theoretische Obergrenze lag bei 10 Milliarden. Für Anleger hieß das: ständige Verwässerung ohne klares Ende.

Die Reform von 2024

Im Frühjahr 2024 legte die EOS Network Foundation einen neuen Tokenomics-Vorschlag vor. Die Block Producer stimmten mit der erforderlichen Mehrheit von 15 der 21 Produzenten zu; berichtet wurde die Annahme Ende Mai 2024. Kernpunkte:

  • Feste Obergrenze von 2,1 Milliarden Token.
  • Rund 80 % der geplanten künftigen Ausschüttungen wurden gestrichen.
  • Etwa 950 Millionen Token wurden für Ökosystem-Wachstum und Belohnungen geprägt; zum Zeitpunkt der Reform waren rund 1,15 Milliarden im Umlauf.
  • Ein Halving-Zeitplan über 20 Jahre in Vier-Jahres-Zyklen.

Weil das volle Maximum damit bereits ausgegeben ist, entstehen keine neuen Token mehr im eigentlichen Sinn. Die „Ausschüttungen“ stammen aus Reserven, die nach einem festen Plan freigegeben werden.

EOS Halving: der Zeitplan bis 2044

Die aktuelle Ausschüttungsrate steht direkt in der Systemtabelle global4 und beträgt 3,617097 % pro Jahr. Eine weitere Tabelle, eosio.schedules, legt fest, wann sich diese Rate halbiert:

AbJährliche Rate
seit 20243,617 %
1. Juni 20281,809 %
1. Juni 20320,904 %
1. Juni 20360,452 %
1. Juni 20400,226 %
1. Juni 20440,113 %

Ein Halving verringert also die Menge an Token, die neu auf den Markt kommen kann. Ob das den Kurs beeinflusst, hängt von der Nachfrage ab – ein automatischer Preisanstieg folgt daraus nicht. Szenarien dazu diskutieren wir in der EOS Prognose.

3D-Illustration eines Geldbündels neben einer Münze
Weniger neue Token pro Jahr: Der Halving-Plan senkt die Ausschüttung alle vier Jahre um die Hälfte.

Wohin die Ausschüttungen fließen

Block Producer

Ein Teil der Ausschüttung bezahlt die 21 aktiven Block Producer und die Standby-Kandidaten. Nach den On-Chain-Parametern entfallen rund 16,5 % der laufenden Ausschüttung auf die Produzenten; davon wird ein Viertel pro produziertem Block und drei Viertel nach Stimmenanteil verteilt. Diese Lesart folgt der üblichen Logik des Systemvertrags; spätere Änderungen nach dem Rebranding konnten wir nicht vollständig prüfen. Wie die Wahl der Produzenten funktioniert, erklärt die Seite zu DPoS und Block Producern.

Staking-Reserve: 250 Millionen Token

Für Staking-Belohnungen wurde eine eigene Reserve von 250 Millionen Token eingerichtet, die ebenfalls alle vier Jahre halbiert ausgeschüttet wird: 125 Millionen in den ersten vier Jahren, also rund 31,25 Millionen pro Jahr, danach 62,5 Millionen. Ausgezahlt wird über REX 2.0, das am 8. Juli 2024 startete. Die Belohnungen fließen in den REX-Pool und erhöhen dort den Gegenwert der Anteile.

Bei zuletzt rund 406 Millionen gestakten Token ergibt sich daraus eine Rendite von etwa 7–8 % pro Jahr; der EOS-Nation-Proxy nennt rund 7,7 % für REX. Dieser Wert ändert sich ständig, weil er vom gestakten Gesamtvolumen abhängt. Zum Start 2024 lag er kurzzeitig über 60 %, weil noch wenig gestakt war. Details zu Sperrfrist und Ablauf finden Sie im Ratgeber EOS Staking.

Foundation und Ökosystem

Weitere Mittel fließen über das Konto eosio.saving an die Vaulta Foundation (vormals EOS Network Foundation) und andere Ökosystem-Töpfe. Eine früher genannte Aufteilung lautete 53,71 % Staking, 29,55 % Foundation und 16,74 % EOS Labs; ob sie nach dem Rebranding noch gilt, ist nicht bestätigt. Für Middleware wurde 2024 ein Fonds über 15 Millionen EOS beschlossen, das Konto eosio.mware hält aktuell 10 Millionen.

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EOS und A: der Stand des Tauschs

Seit dem 14. Mai 2025 lässt sich EOS im Verhältnis 1:1 in A tauschen. Der Vertrag core.vaulta hält derzeit rund 940 Millionen eingelieferte EOS – so viele A wurden also bereits ausgegeben, etwa 44,8 % des Gesamtangebots. Die übrigen rund 1,16 Milliarden A liegen noch unverteilt im Vertrag.

Das klingt nach einer niedrigen Quote, hat aber einen einfachen Grund: Große Mengen EOS liegen in Systemkonten wie eosio oder eosio.rex, die nicht getauscht werden müssen, weil der Systemvertrag intern weiter in EOS rechnet. Für Privatanleger gilt: Ungetauschtes EOS bleibt Ihr Eigentum und lässt sich ohne Frist tauschen; gehandelt wird an den meisten großen Börsen aber nur noch A. Wie der Tausch funktioniert, erklärt EOS in A tauschen.

Typische Denkfehler bei der EOS Anzahl

Rund um das Angebot von EOS kursieren einige Missverständnisse, die zu falschen Schlüssen führen:

BehauptungTatsächlich
„Es gibt 4,2 Mrd. Token“A wird nur 1:1 gegen EOS ausgegeben, Maximum 2,1 Mrd.
„80 % wurden verbrannt“Gestrichen wurden künftige Ausschüttungen
„Halving lässt den Kurs steigen“Weniger Angebot, aber kein Automatismus
„Umlauf = Max Supply“Rund 1,68 von 2,1 Mrd. gelten als im Umlauf

Hinzu kommt: Datenanbieter führen teils noch alte EOS-Seiten mit einer Umlaufmenge von null, weil die Marktdaten inzwischen beim A-Token liegen. Bei CoinGecko heißt der aktuelle Eintrag „vaulta“, bei CoinMarketCap ebenfalls. Wer Charts vergleicht, sollte darauf achten, welchen Eintrag er vor sich hat – sonst entstehen scheinbare Sprünge oder Lücken in der Historie.

Block.one, ICO und die Verteilung der Anfangszeit

Die Verteilung der ersten Milliarde prägt die Diskussion um EOS bis heute. Im ICO von Juni 2017 bis Juni 2018 wurden 900 Millionen Token verkauft; die Einnahmen werden meist mit rund 4,1 Milliarden US-Dollar angegeben. Block.one erhielt 100 Millionen Token, die über zehn Jahre freigegeben werden sollten.

Im Dezember 2021 stoppten die Block Producer per Multisig die weitere Freigabe an Block.one. Ein Tracker eines Drittanbieters nennt rund 64,7 Millionen Token, die 2024 zurückgeholt und stillgelegt wurden; eine Primärquelle dafür haben wir nicht gefunden. Behauptungen, es sei „eine Milliarde stillgelegt“ worden, sind nicht belegt. Den Konflikt zwischen Community und Block.one zeichnet die EOS Geschichte nach.

Was die Tokenomics für den Kurs bedeuten

Die Marktkapitalisierung ergibt sich aus Kurs mal Umlaufmenge. Bei rund 1,68 Milliarden Token im Umlauf lässt sich jede Kursvorstellung leicht überprüfen: Ein Kurs von 1.000 US-Dollar würde eine Marktkapitalisierung von rund 1,7 Billionen US-Dollar bedeuten – ein Vielfaches dessen, was EOS je erreicht hat. Das Allzeithoch lag Ende April 2018 bei etwa 22,9 US-Dollar (CoinMarketCap), heute notiert der Token rund 99 % darunter. Den aktuellen Wert zeigt unser EOS Kurs in Euro.

Was für die neue Tokenomics spricht

  • Feste Obergrenze statt unbegrenzter Inflation
  • Transparenter Halving-Plan, direkt auf der Chain einsehbar
  • Staking-Belohnungen aus einer klar definierten Reserve

Was kritisch bleibt

  • Große Bestände in System- und Foundation-Konten
  • Änderungen sind per 15/21-Mehrheit der Producer möglich
  • Transparenz der Foundation-Ausgaben wird kritisiert

Weiterlesen

Live-Kurs

Aktueller EOS-Kurs, interaktiver Chart, Marktkapitalisierung.

Staking

EOS-Staking und REX: Woher die Rendite kommt.

Prognose

Keine erfundenen Kursziele: Szenarien, Treiber, Risiken.

DPoS & Producer

Delegated Proof of Stake und die 21 Block Producer.

Häufige Fragen

Wie viele EOS gibt es insgesamt?

Das maximale Angebot liegt bei 2,1 Milliarden Token. Diese Obergrenze wurde 2024 von den Block Producern beschlossen und gilt sowohl für den alten EOS-Token als auch für den neuen A-Token. Ursprünglich startete EOS mit 1 Milliarde Token.

Wie viele EOS bzw. A sind im Umlauf?

CoinGecko und CoinMarketCap weisen rund 1,68 Milliarden A als Umlaufmenge aus. Der Rest liegt vor allem in Systemkonten und Reserven, etwa für Staking-Belohnungen.

Wann ist das nächste EOS Halving?

Die laufende Ausschüttungsrate von rund 3,62 % pro Jahr halbiert sich laut On-Chain-Zeitplan am 1. Juni 2028 auf etwa 1,81 %. Weitere Halbierungen folgen 2032, 2036, 2040 und 2044.

Werden EOS verbrannt?

Nur in kleinem Umfang. Das Burn-Konto eosio.null hält lediglich einige tausend Token. Die oft genannte „80-%-Verbrennung“ bezieht sich auf gestrichene künftige Ausschüttungen beim Wechsel auf die 2,1-Milliarden-Grenze, nicht auf vernichtete Coins.

Kann man EOS minen?

Nein. EOS nutzt Delegated Proof of Stake und kein Proof of Work. Neue Token entstehen nicht durch Mining, sondern werden aus Reserven nach einem festen Zeitplan an Block Producer und Staker ausgeschüttet.

Was ist mit den EOS von Block.one passiert?

Block.one erhielt 100 Millionen EOS mit zehnjähriger Freigabe. Im Dezember 2021 stoppten die Block Producer per Multisig die weitere Freigabe. Ein Drittanbieter nennt rund 64,7 Millionen zurückgeholte und stillgelegte Token; eine Primärquelle dafür haben wir nicht gefunden.

Quellen

  1. The Block — 2,1-Milliarden-Obergrenze genehmigt
  2. ENF — Vorschlag zur neuen EOS-Tokenomics (PDF)
  3. Vaulta Docs — Staking Token Flows
  4. CoinGecko API — Vaulta (A)
  5. CoinMarketCap — Vaulta
  6. Cointelegraph — Neue EOS-Tokenomics
  7. Vaulta — Token-Swap startet am 14. Mai
  8. SEC — Block.one Vergleich (2019)

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