6 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite
- EOSIO und Antelope: die Kurzfassung
- Warum es zum Fork kam
- Zeitleiste: von EOSIO bis Spring
- Was Savanna technisch verändert hat
- Welche Chains nutzen Antelope?
- Was Antelope ausmacht
- Was der Fork für Nutzer und Entwickler bedeutet
- Die EOS EVM: ein abgeschlossenes Kapitel
- Antelope und Vaulta: Was die Umbenennung bedeutet
TL;DR
- EOSIO war die Software von Block.one; Antelope ist der Community-Fork, aktiv auf EOS seit dem 21. September 2022.
- Die Node-Software heißt erst Leap (3.1 bis 5.0), seit 2024 Spring.
- Spring 1.0 brachte am 25. September 2024 den Konsens Savanna: Finalität in ≈ 1 Sekunde statt ≈ 3 Minuten.
- Antelope wird von Vaulta (EOS), Telos, WAX und UX Network getragen; der Code liegt offen auf GitHub.
EOSIO und Antelope: die Kurzfassung
EOSIO ist die Blockchain-Software, die Block.one entwickelt hat und auf der das EOS-Mainnet im Juni 2018 startete. Antelope ist der Fork dieser Software, den die EOS-Community zusammen mit anderen Chains seit 2022 eigenständig weiterentwickelt. Wer heute „EOS-Technik“ sagt, meint Antelope.
Für Nutzer war der Wechsel kaum sichtbar: Konten, Token und Verträge blieben, wie sie waren. Politisch und organisatorisch war er aber ein Einschnitt. Mit Antelope hat das Netzwerk die technische Abhängigkeit von dem Unternehmen beendet, das einst rund 4,1 Mrd. US-Dollar im ICO eingesammelt hatte. Die Vorgeschichte erzählt unsere Seite EOS-Geschichte.
Warum es zum Fork kam
Block.one hatte EOSIO entwickelt und die EOS-Token verkauft. In den Folgejahren wuchs in der Community der Eindruck, dass das Unternehmen zu wenig in das Netzwerk zurückinvestiert. 2021 stellte Block.one die Weiterentwicklung von EOSIO ein. Im selben Jahr gründete sich die EOS Network Foundation (ENF), heute Vaulta Foundation, und bildete die Arbeitsgruppe EOSIO+, um die Software selbst weiterzuführen.
Im Dezember 2021 stoppten die Block Producer zudem das weitere Vesting von Token an Block.one. Damit war klar: Die Community wollte auch die Software in die eigenen Hände nehmen. Das Ergebnis war ein Fork mit dem Arbeitstitel „Mandel“, aus dem im August 2022 Antelope wurde.
Zeitleiste: von EOSIO bis Spring
- Juni 2018Start des EOS-Mainnets auf EOSIO
Der Genesis-Block datiert auf den 8. Juni 2018. Entwickelt wurde die Software von Block.one.
- 2021Block.one zieht sich zurück
Die Entwicklung von EOSIO endet. Die ENF entsteht und gründet die Arbeitsgruppe EOSIO+.
- März 2022Koalition der Chains
Am 24. März schließen sich EOS und Telos zusammen, am 31. März folgen WAX und UX Network.
- 17. Aug. 2022Aus „Mandel“ wird Antelope
Der Fork bekommt seinen endgültigen Namen, die Node-Software heißt Leap 3.1.
- 21. Sep. 2022Hardfork auf Leap 3.1
Die Konsens-Aktualisierung wird auf EOS aktiviert. Die technische Abhängigkeit von Block.one endet.
- April 2023Leap 4.0
Multi-Threading und spürbare Leistungsverbesserungen. Im selben Monat startet die EOS EVM als Mainnet-Beta.
- Anfang 2024Leap 5.0
Einführung des BLS-Protokoll-Features – die Grundlage für Savanna.
- Sep. 2024Spring 1.0 und Savanna
Spring 1.0 erscheint Anfang September, am 25. September wird Savanna auf dem Mainnet aktiviert.
- 2025Spring 1.1/1.2, Vaulta
Weitere Spring-Versionen, ab Juli Entwicklungs-Builds von Spring 2.0. Die Umbenennung in Vaulta ändert an der Software-Basis nichts.
Was Savanna technisch verändert hat
Unter EOSIO und Leap galt ein Block erst nach rund drei Minuten als unumkehrbar. Für Börsen und Zahlungsanwendungen war das eine spürbare Wartezeit. Savanna führt ein zweites Rollenmodell ein: Die 21 aktiven Block Producer arbeiten gleichzeitig als Finalizer und stimmen über jeden Block ab.
- BLS-Signaturen: Die Stimmen werden mit BLS signiert und lassen sich effizient zu einer Signatur bündeln.
- 15 von 21: Sobald zwei Drittel plus eins zugestimmt haben, ist der Block final.
- Safety-Datei: Jeder Finalizer speichert seine Abstimmungshistorie lokal, um widersprüchliche Stimmen zu verhindern.
- Neue Systemaktionen:
regfinkey,actfinkey,delfinkeyundswitchtosvnn.
Das Ergebnis: Finalität nach etwa einer Sekunde unter normalen Bedingungen. Bei einer Live-Abfrage lag der letzte unumkehrbare Block nur zwei Blöcke hinter dem aktuellen – bei 0,5 Sekunden Blockzeit also rund eine Sekunde. Wie das im Vergleich zu Bitcoin und Ethereum aussieht, zeigt unsere Seite EOS vs. Ethereum: TPS und Finalität.
Leistungsdaten ehrlich eingeordnet
Die Blockzeit von 500 Millisekunden ist im Spring-Quellcode festgelegt. Aus den Blocklimits ergibt sich eine theoretische Kapazität von etwa 4.000 Transaktionen pro Sekunde. Tatsächlich genutzt werden derzeit nur rund 13 pro Sekunde. Antelope ist also eher unterausgelastet als am Limit.
Behauptungen über „Millionen TPS“, die in alten Werbetexten auftauchen, haben mit der Realität nichts zu tun.

Welche Chains nutzen Antelope?
| Chain | Bezug zu Antelope | Hinweis |
|---|---|---|
| Vaulta (ehem. EOS) | Gründungsmitglied, Haupt-Mainnet | Token A (ehem. EOS) |
| Telos | Koalition seit 24. März 2022 | Eigenständige Chain |
| WAX | Koalition seit 31. März 2022 | Schwerpunkt Gaming, NFTs |
| UX Network | Koalition seit 31. März 2022 | Eigenständige Chain |
Für Nutzer bedeutet die gemeinsame Basis: Wallets wie Anchor oder Wombat funktionieren auf mehreren dieser Chains. Konten und Token sind aber nicht übertragbar – ein EOS-Konto existiert nicht automatisch auf WAX.
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Was Antelope ausmacht
Antelope hat die Grundprinzipien von EOSIO übernommen und weiterentwickelt:
- Ressourcenmodell statt Gas: RAM, CPU und NET – mit PowerUp zum Mieten. Details unter EOS RAM, CPU und NET.
- Lesbare Konten mit Berechtigungen: 12-stellige Namen, owner/active, eingebaute Multisig.
- WebAssembly-Smart-Contracts: Verträge werden typischerweise in C++ geschrieben und zu WebAssembly kompiliert.
- DPoS mit Savanna: 21 gewählte Producer, schnelle Finalität.
- WharfKit: Das SDK, über das dApps sich mit Wallets verbinden – Nachfolger von anchor-link und UAL.
Was der Fork für Nutzer und Entwickler bedeutet
Für Token-Inhaber
Für Sie als Inhaber hat sich durch Antelope praktisch nichts verändert: Ihr Kontoname, Ihre Schlüssel und Ihr Guthaben liefen nahtlos weiter. Auch der Genesis-Block und die Chain-ID von 2018 sind bis heute dieselben. Wichtig ist der Fork eher als Signal: Das Netzwerk wird seitdem von einer Gemeinschaft aus Foundation, Block Producern und unabhängigen Teams wie Greymass oder EOS Nation getragen – nicht mehr von einem einzelnen Unternehmen. Wie sich das auf die Risikobewertung auswirkt, diskutieren wir unter Ist EOS sicher?.
Für Node-Betreiber
Für Block Producer und API-Anbieter bedeutet jedes große Release Arbeit: Die Umstellung auf Leap 3.1, später auf Spring 1.0 erforderte koordinierte Upgrades aller Producer bis zu einem festen Termin. Bei Savanna kam hinzu, dass jeder Producer eigene BLS-Schlüssel erzeugen und registrieren musste. Öffentliche API-Knoten wie die von Greymass melden heute eine Spring-Version 1.0.x.
Für Entwickler
Wer Smart Contracts schreibt, arbeitet weiterhin mit den bekannten Konzepten: Aktionen, Tabellen im RAM, Berechtigungen. Für Frontends hat sich WharfKit als Standard durchgesetzt. Der Vorteil eines offenen Forks: Fehlerberichte und Verbesserungsvorschläge laufen öffentlich über GitHub, und mehrere Chains profitieren gleichzeitig von jeder Verbesserung.
Die EOS EVM: ein abgeschlossenes Kapitel
Ein Versuch, Ethereum-Entwickler anzulocken, war die EOS EVM: eine vollständig EVM-kompatible Umgebung, die als Smart Contract (eosio.evm) auf der nativen Chain lief. Sie startete am 14. April 2023 als Mainnet-Beta, mit eigener Chain-ID 17777 und EOS als Gas-Token. Entwickler konnten Tools wie MetaMask, Hardhat und Remix nutzen.
Durchgesetzt hat sie sich nicht. Im Oktober 2025 wurde die EVM eingestellt; Nutzer wurden aufgefordert, zur XSAT EVM von exSat zu wechseln. Explorer und Bridge der alten EVM sind nicht mehr erreichbar. Wenn Sie auf alte Anleitungen stoßen, die die EOS EVM empfehlen: Sie sind überholt.
Antelope und Vaulta: Was die Umbenennung bedeutet
Mit der Umbenennung in Vaulta im Jahr 2025 kam ein neuer Token A aus dem Vertrag core.vaulta, in den EOS 1:1 getauscht werden kann. Die Software-Basis blieb dieselbe: Vaulta läuft auf Antelope und Spring, die Chain-ID ist unverändert. Der Vertrag core.vaulta umhüllt den alten Systemvertrag, sodass Staking, RAM-Kauf und Abstimmen jetzt in A funktionieren. Alles zur Umbenennung: EOS → Vaulta.
Wo es technisch weitergeht, lässt sich am besten direkt bei der Quelle verfolgen: im Repository AntelopeIO auf GitHub. Welche Anwendungen heute auf der Chain laufen, zeigt unser dApp-Verzeichnis.
Geschichte & Roadmap
EOS-Zeitstrahl vom ICO bis Vaulta.
DPoS & Producer
Delegated Proof of Stake und die 21 Block Producer.
EOS vs. ETH vs. BTC
Tempo, Gebühren, Konsens – mit TPS-Tacho.
EOS → Vaulta
Warum EOS zu Vaulta wurde und wie der Tausch in A-Token funktioniert.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen EOSIO und Antelope?
EOSIO ist die ursprüngliche Blockchain-Software von Block.one, auf der EOS 2018 startete. Antelope ist der von der Community gepflegte Fork von EOSIO 2.0 (mit Teilen aus 2.1 und 2.2), der seit dem Hardfork am 21. September 2022 auf EOS läuft. Seitdem ist das Netzwerk technisch unabhängig von Block.one.
Was sind Leap und Spring?
Leap und Spring sind die Namen der Node-Software innerhalb von Antelope. Leap 3.1 war die erste Antelope-Version, gefolgt von Leap 4.0 und 5.0. Mit Spring 1.0 kam im September 2024 der neue Konsens Savanna.
Welche Blockchains nutzen Antelope?
Laut antelope.io wird Antelope vom EOS Network (heute Vaulta), Telos, WAX und UX Network getragen. Diese Chains teilen sich die Kernsoftware, sind aber eigenständige Netzwerke mit eigenen Token.
Was bringt das Savanna-Update?
Savanna senkte die Zeit bis zur Finalität von rund drei Minuten auf etwa eine Sekunde. Die 21 Block Producer stimmen dafür als Finalizer per BLS-Signatur über jeden Block ab; 15 von 21 Stimmen genügen.
Wo finde ich den Quellcode von Antelope?
Die Kernsoftware wird offen auf GitHub unter github.com/AntelopeIO gepflegt, darunter das Repository für Spring. Die Systemverträge von Vaulta liegen in eigenen Repositories der Vaulta Foundation.
Gibt es die EOS EVM noch?
Nein. Die EOS EVM (später Vaulta EVM) startete im April 2023 als Mainnet-Beta und wurde im Oktober 2025 eingestellt. Nutzer wurden aufgefordert, zur XSAT EVM von exSat zu wechseln. Aktuelle Anwendungen auf der Chain zeigt unser dApp-Verzeichnis.
Quellen
eoscoin.org ist ein unabhängiges Informations- und Vergleichsportal. Die Inhalte stellen keine Finanz-, Anlage- oder Rechtsberatung dar. Kryptowerte unterliegen starken Kursschwankungen – informieren Sie sich selbst, bevor Sie Entscheidungen treffen. Haftungsausschluss · Über uns






