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TL;DR
- Token-Inhaber wählen mit gestakten Token bis zu 30 Producer; die Top 21 produzieren Blöcke.
- Jeder Producer erzeugt 12 Blöcke in 6 Sekunden, eine Runde dauert 126 Sekunden.
- Seit Savanna (September 2024) stimmen die Producer per BLS-Signatur über jeden Block ab – Finalität nach ≈ 1 Sekunde.
- Protokolländerungen brauchen 15 von 21 Stimmen. Kritikpunkt: wenige Betreiber, darunter börsennahe.
DPoS in einfachen Worten
Delegated Proof of Stake (DPoS) ist ein Konsensverfahren, bei dem Token-Inhaber ihre Stimmrechte an eine kleine Zahl gewählter Validatoren delegieren. Bei EOS heißen diese Block Producer (BP). Sie erzeugen die Blöcke, prüfen Transaktionen und entscheiden gemeinsam über Protokoll-Upgrades.
Man kann sich DPoS wie eine Art Aufsichtsrat vorstellen, der ständig neu gewählt wird. Bei Bitcoin konkurrieren Miner mit Rechenleistung, bei Ethereum Tausende Validatoren mit gestaktem Kapital. Bei EOS dagegen stimmen die Token-Inhaber ab – und die 21 Kandidaten mit den meisten Stimmen dürfen produzieren. Wer schlecht arbeitet, verliert Stimmen und rutscht aus den Top 21.
Mining gibt es dabei nicht. Wer mit EOS Erträge erzielen möchte, kann staken – aber nicht minen.
Wie die Blockproduktion abläuft
Alle 0,5 Sekunden entsteht ein neuer Block. Jeder der 21 aktiven Producer ist nacheinander an der Reihe und produziert 12 Blöcke am Stück – also 6 Sekunden lang. Danach übernimmt der nächste. Eine volle Runde dauert damit 21 × 12 = 252 Blöcke oder 126 Sekunden.
Ein verbreiteter Fehler in älteren Artikeln: Dort ist von „126 Blöcken, 6 pro Producer“ die Rede. Richtig ist: 126 Sekunden pro Runde, 6 Sekunden (also 12 Blöcke) pro Producer.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Blockzeit | 500 ms | Spring-Quellcode |
| Blöcke pro Producer-Slot | 12 (6 s) | Spring-Quellcode |
| Runde | 252 Blöcke / 126 s | berechnet |
| Stimmen pro Konto | bis zu 30 Producer | Systemvertrag |
| Finalität | ≈ 1 s (vorher ≈ 3 min) | Spring 1.0 |
Savanna: Finalität in rund einer Sekunde
Bis September 2024 dauerte es etwa drei Minuten, bis ein Block als unumkehrbar galt. Mit dem Hardfork auf Spring 1.0 und dem Konsens-Algorithmus Savanna am 25. September 2024 änderte sich das grundlegend: Die Top-21-Producer arbeiten nun zusätzlich als Finalizer. Sie stimmen über jeden einzelnen Block ab und nutzen dafür BLS-Signaturen, die sich effizient zu einer einzigen Signatur zusammenfassen lassen.
Sobald 15 von 21 Finalizern zugestimmt haben, ist der Block final. Unter normalen Bedingungen dauert das rund eine Sekunde. Für die Umstellung registrierten die Producer eigene BLS-Schlüssel, hielten eine Go/No-Go-Abstimmung ab und führten per Multisig die Aktion switchtosvnn aus. Wie Savanna in die Software-Geschichte passt, zeigt unsere Seite Antelope und EOSIO.
Wie die Wahl funktioniert
Stimmen mit gestakten Token
Jedes Konto kann für bis zu 30 Producer stimmen. Das Gewicht Ihrer Stimme hängt davon ab, wie viele Token Sie gestakt (delegiert) haben. Seit REX 2.0 ist das Abstimmen keine Voraussetzung mehr für Staking-Belohnungen – es bleibt aber der Hebel, mit dem Sie beeinflussen, wer das Netz betreibt.
Die „Abwertung“ alter Stimmen
Eine Besonderheit im Systemvertrag: Stimmen werden nach dem Zeitpunkt ihrer Abgabe gewichtet. Die Formel verdoppelt das Gewicht neuer Stimmen etwa jedes Jahr. Praktisch heißt das: Wer vor einem Jahr abgestimmt hat und seitdem nicht mehr, hat relativ nur noch etwa halb so viel Einfluss wie jemand, der heute abstimmt. Wer mitreden will, sollte seine Stimme also regelmäßig erneuern.
Proxies
Wer sich nicht selbst durch die Kandidatenliste arbeiten will, kann seine Stimme an einen Proxy übertragen. Bekannt ist etwa der Proxy von EOS Nation. Einige Proxies reichen einen Teil der Producer-Vergütung an ihre Unterstützer weiter – das sind freiwillige Leistungen Dritter ohne Garantie.
Anleitung: So stimmen Sie ab
- Konto und Wallet
Sie brauchen ein eigenes EOS-Konto, zum Beispiel kostenlos über Anchor. Wie das geht: EOS-Konto erstellen.
- Token staken
Nur gestakte Token zählen bei der Wahl. Halten Sie A auf Ihrem Konto und staken Sie sie über Unicove.
- Producer auswählen
Wählen Sie im Abstimmungsbereich bis zu 30 Kandidaten – oder einen Proxy. Achten Sie auf Standort, Transparenz und technische Leistung.
- Signieren
Bestätigen Sie die Aktion
voteproducerin Ihrer Wallet. Seit Vaulta läuft das übercore.vaulta. - Regelmäßig erneuern
Wegen der Zeitgewichtung lohnt es sich, die Stimme ab und zu neu abzugeben.

Was verdienen Block Producer?
Die Producer werden aus der laufenden Emission des Netzwerks bezahlt. Nach den aktuellen On-Chain-Parametern gilt nach der Standardlogik des Systemvertrags:
- Rund 16,5 % der kontinuierlichen Emission gehen an die Producer.
- Davon 25 % als Vergütung pro produziertem Block (
eosio.bpay). - Und 75 % nach Stimmenanteil (
eosio.vpay) – auch für Standby-Producer. - Der Rest fließt an
eosio.savingund von dort unter anderem in die Staking-Belohnungen und an die Vaulta Foundation.
Die Emissionsrate liegt derzeit bei rund 3,6 % pro Jahr und halbiert sich alle vier Jahre, das nächste Mal am 1. Juni 2028. Andere Darstellungen im Netz nennen abweichende Aufteilungen; diese konnten wir nicht bestätigen. Mehr zu Angebot und Halbierung: EOS Tokenomics.
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Wer sind die Block Producer?
Die Liste ändert sich laufend. Bei unserer Abfrage gehörten zu den Top 21 unter anderem eosphereiobp, big.one, eostitanprod, newdex.bp, binancestake, eosriobrazil, cryptolions1 und eosiodetroit. Bekannte Namen wie EOS Nation (eosnationftw) standen dagegen auf Standby-Plätzen.
Auffällig: Mit binancestake und big.one sitzen börsennahe Producer in den Top 21. Börsen verwahren große Mengen Kunden-Token und können damit potenziell viele Stimmen mobilisieren. Den aktuellen Stand sehen Sie in jedem EOS-Explorer.
Woran Sie gute Producer erkennen
Bei der Wahl hilft eine einfache Checkliste. Ein vertrauenswürdiger Producer veröffentlicht, wer hinter ihm steht und wo seine Server stehen. Er betreibt öffentliche Infrastruktur wie API-Knoten oder History-Dienste, die andere nutzen können. Er nimmt an den regelmäßigen BP-Treffen teil und legt offen, wie er bei wichtigen Multisig-Vorschlägen abstimmt. Und er verpasst selten seinen Slot – fehlende Blöcke lassen sich in Explorern nachvollziehen.
Vorsicht ist geboten bei Producern, die Stimmen gegen direkte Zahlungen „kaufen“, oder bei mehreren Producern, die offensichtlich zur selben Organisation gehören. Beides schwächt die Dezentralisierung, die DPoS ohnehin nur begrenzt bietet.
Standby-Producer
Wer auf Rang 22 bis etwa 30 steht, produziert keine Blöcke, erhält aber einen Anteil an der stimmenbasierten Vergütung. Diese Standby-Producer sind die Reservebank: Fällt ein aktiver Producer zurück oder verliert Stimmen, rückt der nächste automatisch nach. Für das Netz ist eine starke Reservebank wichtig, damit im Ernstfall erfahrene Teams übernehmen können.
Governance: Was die 21 entscheiden können
Die Producer sind nicht nur Techniker. Über das Konto eosio.prods können sie mit 15 von 21 Stimmen Multisig-Transaktionen ausführen – etwa Protokoll-Upgrades oder Änderungen am Systemvertrag. Für kleinere Entscheidungen existieren Schwellen von mehr als der Hälfte (prod.major) und mehr als einem Drittel (prod.minor).
Diese Macht wurde in der Vergangenheit spürbar genutzt:
- Dezember 2021: Die Producer stoppten per Multisig das weitere Vesting von EOS an Block.one, den ursprünglichen Entwickler.
- 2022: Der Wechsel von EOSIO zu Antelope (Leap 3.1) wurde koordiniert aktiviert.
- 2024: Die Producer genehmigten die Obergrenze von 2,1 Mrd. Token und die neue Staking-Reserve.
- September 2024: Aktivierung von Savanna.
Kritik an DPoS
Argumente dafür
- Hohe Geschwindigkeit und schnelle Finalität
- Geringer Energieverbrauch, kein Mining
- Producer sind abwählbar und rechenschaftspflichtig
- Schnelle, koordinierte Upgrades möglich
Argumente dagegen
- Nur 21 Betreiber – deutlich zentralisierter als Bitcoin oder Ethereum
- Börsen-Producer mit Kundenstimmen in den Top 21
- Große Eingriffsmacht, etwa beim Vesting-Stopp 2021
- Geringe Wahlbeteiligung stärkt große Halter
Ob diese Abwägung für Sie passt, hängt davon ab, was Sie von einer Blockchain erwarten. Eine ausführliche Risikobewertung bietet Ist EOS sicher?.
Staking
EOS-Staking und REX: Woher die Rendite kommt.
Antelope / EOSIO
Von EOSIO zu Antelope, Spring und Savanna.
EOS vs. ETH vs. BTC
Tempo, Gebühren, Konsens – mit TPS-Tacho.
Block-Explorer
EOS-Konten und Transaktionen nachschlagen.
Häufige Fragen
Wie viele Block Producer hat EOS?
Es gibt 21 aktive Block Producer, die Blöcke erzeugen. Dahinter stehen Standby-Producer ab Rang 22, die eine Vergütung für Stimmen erhalten, aber keine Blöcke produzieren, solange sie nicht in die Top 21 aufsteigen.
Wie stimme ich für EOS Block Producer?
Sie brauchen ein eigenes Konto mit gestakten Token und eine Wallet wie Anchor. Im Portal Unicove wählen Sie bis zu 30 Producer aus oder übertragen Ihre Stimme an einen Proxy und signieren die Aktion voteproducer.
Was verdienen Block Producer?
Nach den aktuellen Kettenparametern gehen rund 16,5 % der laufenden Emission an die Producer. Davon wird ein Viertel pro produziertem Block und drei Viertel nach Stimmenanteil verteilt. Diese Interpretation folgt der Standardlogik des Systemvertrags.
Ist EOS durch 21 Producer zentralisiert?
Im Vergleich zu Bitcoin oder Ethereum ja, das ist die bekannteste Kritik an DPoS. Hinzu kommt, dass auch börsennahe Producer in den Top 21 sitzen. Befürworter verweisen darauf, dass die Producer jederzeit abgewählt werden können und für Protokolländerungen 15 von 21 zustimmen müssen.
Warum verlieren alte Stimmen an Gewicht?
Der Systemvertrag gewichtet Stimmen nach dem Zeitpunkt der Abgabe: Neue Stimmen zählen pro Jahr etwa doppelt so viel. Wer nicht regelmäßig neu abstimmt, verliert dadurch relativ an Einfluss. So sollen aktive Wähler belohnt werden.
Was ist ein Voting-Proxy?
Ein Proxy ist ein Konto, an das Sie Ihre Stimme delegieren. Der Proxy stimmt dann mit dem Gewicht aller Unterstützer für eine Liste von Producern. Manche Proxies geben einen Teil der Producer-Vergütung weiter – solche Zusatzerträge sind nicht garantiert.
Quellen
- Vaulta Docs – Konsens (DPoS)
- Vaulta Docs – Finalizer und Voting (Savanna)
- Systemvertrag – voting.cpp (Stimmgewichtung)
- Spring-Quellcode – config.hpp (Blockintervall)
- ENF – Spring 1.0 und Savanna-Hardfork
- ENF – Stellungnahme zu den Netzwerkmaßnahmen vom 8. Dezember (2021)
- The Block – 2,1-Mrd.-Obergrenze genehmigt
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