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Was ist EOS? Blockchain, Token und Vaulta einfach erklärt

EOS ist eine Blockchain, die Transaktionen in rund einer Sekunde finalisiert und Nutzern keine Gasgebühren abverlangt. Seit 2025 heißt das Netzwerk Vaulta, der Token A. Hier erfahren Sie, wie EOS funktioniert, wem es gehört und wo seine Grenzen liegen.

Lizenzierte, regulierte Plattform · seit 2013 am Markt

Tablet mit Blockchain-App neben Bargeld auf einem Schreibtisch
2018Start des Mainnets

6 Min. Lesezeit

Auf dieser Seite
  1. Was ist EOS? Die Kurzantwort
  2. Wie EOS entstanden ist
  3. Wem gehört EOS heute?
  4. So funktioniert die Technik
  5. Wofür der EOS Coin genutzt wird
  6. Angebot und Tokenomics in Kürze
  7. Stärken und Schwächen von EOS
  8. EOS im Vergleich zu Bitcoin und Ethereum
  9. Häufige Missverständnisse über EOS
  10. Wo geht es weiter?

TL;DR

  • EOS ist eine Layer-1-Blockchain für Smart Contracts, gestartet im Juni 2018.
  • Statt Gasgebühren gibt es ein Ressourcenmodell aus CPU, NET und RAM.
  • 21 gewählte Block Producer erzeugen alle 0,5 Sekunden einen Block, Finalität nach rund 1 Sekunde.
  • Seit 2025 heißt das Netzwerk Vaulta; der Token wurde 1:1 von EOS auf A umgestellt.

Was ist EOS? Die Kurzantwort

EOS ist eine öffentliche Blockchain der ersten Ebene (Layer 1), auf der Smart Contracts und dezentrale Anwendungen laufen. Ihre Besonderheit: Nutzer zahlen keine Gebühr pro Transaktion. Der native Token hieß bis 2025 EOS und wird seit der Umbenennung des Netzwerks in Vaulta unter dem Kürzel A gehandelt.

Wenn Sie schon einmal Ether auf Ethereum verschickt haben, kennen Sie das Prinzip „Gas“: Jede Aktion kostet eine Gebühr, die je nach Auslastung stark schwanken kann. EOS geht einen anderen Weg. Hier mieten Konten Rechenzeit und Bandbreite oder bekommen sie von einer App gestellt. Für Nutzer fühlt sich das an wie eine gewöhnliche Web-App – klicken, bestätigen, fertig.

Diese Idee machte EOS 2018 zu einem der großen Hoffnungsträger der Branche. Was daraus geworden ist, warum der Kurs so tief gefallen ist und weshalb das Netzwerk dennoch weiterläuft, klären wir in diesem Beitrag Schritt für Schritt.

0,5 sBlockzeit
≈ 1 sFinalität
21Block Producer
2,1 Mrd.Max. Angebot

Wie EOS entstanden ist

Hinter EOS stand ursprünglich Block.one, ein privates Softwareunternehmen. Gründer waren Brendan Blumer als CEO und Dan Larimer als technischer Kopf. 2017 erschien das technische Whitepaper zur Software EOS.IO.

Es folgte ein außergewöhnlicher Token-Verkauf: Von Juni 2017 bis Juni 2018 verkaufte Block.one in einem einjährigen ICO 900 Millionen EOS. Meist werden rund 4,1 Milliarden US-Dollar Erlös genannt; weil in Ether bezahlt wurde, schwanken die Angaben zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden. Der erste Block der Blockchain trägt das Datum 8. Juni 2018.

2019 einigte sich Block.one mit der US-Börsenaufsicht SEC auf eine Zahlung von 24 Millionen US-Dollar, weil der Token-Verkauf nicht registriert war. In den Folgejahren wuchs der Unmut in der Community, die Block.one vorwarf, kaum in das Netzwerk zu investieren. 2021 verließ Dan Larimer das Unternehmen, im selben Jahr entstand die EOS Network Foundation. Die gesamte Chronik finden Sie im Beitrag EOS Geschichte.

Schreibtisch mit Laptop, Tastatur und Tablet, auf dem ein Kerzenchart angezeigt wird
Der EOS-ICO von 2017/18 gehörte zu den größten Token-Verkäufen der Kryptogeschichte.

Wem gehört EOS heute?

Keiner einzelnen Firma und keinem Staat. Das hat drei Gründe:

  • Betrieb: Blöcke erzeugen 21 aktive Block Producer aus verschiedenen Ländern, die von den Token-Haltern gewählt werden.
  • Software: Seit dem Hard Fork vom 21. September 2022 läuft das Netzwerk auf der Community-Software Antelope. Damit endete die technische Abhängigkeit von Block.one.
  • Koordination: Die Vaulta Foundation (früher EOS Network Foundation) kümmert sich um Förderung, Entwicklung und Marketing. Finanziert wird sie über On-Chain-Zuteilungen, denen die Block Producer zustimmen.

Bemerkenswert: Im Dezember 2021 stoppten die Block Producer per Multisig die weitere Zuteilung von EOS an Block.one. Für die einen war das ein Akt der Selbstbestimmung, für Kritiker ein Beleg dafür, dass wenige Akteure tief in die Regeln eingreifen können.

So funktioniert die Technik

Delegated Proof of Stake

EOS nutzt Delegated Proof of Stake (DPoS). Wer Token im System gebunden hat, kann für bis zu 30 Kandidaten stimmen. Die 21 mit den meisten Stimmen produzieren reihum Blöcke – jeder zwölf am Stück, also sechs Sekunden lang. Eine Runde dauert damit 126 Sekunden. Änderungen am Protokoll brauchen die Zustimmung von 15 der 21 Produzenten. Mehr dazu unter DPoS und Block Producer.

Savanna: Finalität in etwa einer Sekunde

Am 25. September 2024 wechselte das Netzwerk per Hard Fork auf die Software Spring 1.0 und den Konsens Savanna. Seitdem stimmen die Produzenten mit BLS-Signaturen über jeden Block ab. Eine Transaktion ist nach rund einer Sekunde endgültig – vorher waren es etwa drei Minuten.

Ressourcen statt Gebühren

RessourceWas sie misstWie man sie bekommt
CPURechenzeit in MikrosekundenPer PowerUp für 1 Tag mieten
NETDatengröße in BytePer PowerUp für 1 Tag mieten
RAMDauerhaft gespeicherte DatenKaufen, später zurückverkaufen

Eine einfache Überweisung verbraucht rund 130 Mikrosekunden CPU und etwa 150 Byte NET. Die Miete dafür liegt unter 0,0001 A, der kleinsten Einheit. Deshalb übernehmen viele Wallets und Apps diese Kosten für ihre Nutzer. Ein neues Konto braucht etwa 3 KB RAM. Mit unserem Rechner unter RAM, CPU und NET können Sie das selbst durchspielen.

Wie schnell ist EOS?

Rechnerisch schafft das Netzwerk bei den aktuellen Blocklimits rund 4.000 Transaktionen pro Sekunde. Tatsächlich genutzt werden derzeit nur ein Bruchteil davon – in unserer Stichprobe etwa 13 pro Sekunde. Zahlen von „Millionen TPS“ aus alten Marketingtexten sollten Sie ignorieren. Einen fairen Vergleich bietet die Seite EOS vs. Ethereum.

Wofür der EOS Coin genutzt wird

  1. Ressourcen: CPU und NET mieten, RAM kaufen.
  2. Staking: Token über REX binden und an einer Belohnungsreserve teilhaben – mit 21 Tagen Sperrfrist beim Ausstieg. Details unter EOS Staking.
  3. Mitbestimmung: Gebundene Token berechtigen zur Wahl der Block Producer.
  4. Zahlungen in dApps: Tausch auf dezentralen Börsen, NFT-Käufe, Spiele.
  5. Konten anlegen: Neue Konten brauchen RAM, der mit Token bezahlt wird.

Ein weiteres Merkmal sind die Konten selbst. Statt kryptischer Adressen gibt es Namen mit zwölf Zeichen, etwa annamueller1. Jedes Konto hat zwei Grundberechtigungen (owner und active) und kann Multisig ohne Zusatzvertrag nutzen. Wie Sie ein Konto anlegen, erklärt EOS Konto erstellen.

Angebot und Tokenomics in Kürze

Ursprünglich startete EOS mit einer Milliarde Token und einer jährlichen Inflation, die das Angebot theoretisch auf bis zu zehn Milliarden hätte wachsen lassen. 2024 beschlossen die Block Producer einen festen Deckel von 2,1 Milliarden Token. Rund 80 % der zuvor geplanten künftigen Ausgabe fielen damit weg. Die verbleibende Ausschüttung halbiert sich alle vier Jahre, das nächste Mal im Juni 2028.

Im Umlauf sind laut CoinGecko und CoinMarketCap rund 1,68 Milliarden A. Den aktuellen Kurs zeigt unsere Seite EOS Kurs, die genaue Verteilung erklärt EOS Tokenomics.

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Stärken und Schwächen von EOS

Stärken

  • Keine Gasgebühren für Nutzer
  • Blöcke alle 0,5 s, Finalität nach rund 1 s
  • Lesbare Kontonamen, eingebaute Rechteverwaltung
  • Mainnet läuft seit 2018 stabil
  • Fester Angebotsdeckel

Schwächen

  • Nur 21 aktive Produzenten
  • Ressourcenmodell für Einsteiger ungewohnt
  • Kurs rund 99 % unter dem Rekordhoch
  • Delistings und lückenhafte Wallet-Unterstützung für A
  • Geringe reale Nutzung im Verhältnis zur Kapazität

Zur ehrlichen Einordnung gehört auch: Wichtige Anwendungen wie das Spiel Upland sind 2025 abgewandert, die EVM-Schicht EOS EVM wurde im Oktober 2025 eingestellt. Aktive Projekte gibt es dennoch, vor allem im DeFi-Bereich – eine Übersicht bietet unser dApp-Verzeichnis.

EOS im Vergleich zu Bitcoin und Ethereum

Bitcoin ist in erster Linie ein digitales Wertaufbewahrungsmittel mit Proof of Work, Ethereum die größte Plattform für Smart Contracts. EOS positioniert sich als schnelle, gebührenfreie Alternative für Anwendungen. Der Preis dafür ist eine geringere Dezentralisierung: Bei Bitcoin und Ethereum sichern Tausende Knoten oder Validatoren das Netz ab, bei EOS sind es 21 aktive Produzenten.

Ein weiterer Unterschied: EOS kann man nicht minen. Neue Token entstehen nicht durch Rechenarbeit, sondern werden aus Reserven an Produzenten und Staker verteilt.

Häufige Missverständnisse über EOS

Rund um EOS kursieren viele Halbwahrheiten – manche stammen aus der Hype-Phase 2018, andere aus der Verwirrung um die Umbenennung. Die wichtigsten im Faktencheck:

  • „EOS schafft Millionen Transaktionen pro Sekunde.“ Falsch. Diese Zahl stammt aus frühen Werbeversprechen. Aus den heutigen Blocklimits ergeben sich rechnerisch rund 4.000 Transaktionen pro Sekunde, genutzt wird ein Bruchteil davon.
  • „Man kann EOS minen.“ Nein. Bei Delegated Proof of Stake gibt es kein Mining mit Grafikkarten oder Spezialhardware. Neue Token stammen aus Reserven und gehen an Block Producer und Staker.
  • „Mit der Umbenennung sind meine EOS verloren.“ Nein. Wer alte EOS in einer eigenen Wallet hält, kann sie ohne Frist 1:1 in A tauschen. Konten und Schlüssel bleiben gültig.
  • „EOS ist komplett tot.“ Das Netzwerk produziert weiterhin zwei Blöcke pro Sekunde und läuft laut EOS Network seit über 3.000 Tagen ohne Ausfall. Richtig ist: Kurs und Nutzung sind weit von früheren Erwartungen entfernt.
  • „Block.one kontrolliert EOS.“ Seit dem Wechsel auf Antelope 2022 und dem Stopp der Token-Zuteilung 2021 hat Block.one keinen technischen Einfluss mehr auf das Netzwerk.

Wer tiefer in die Kritikpunkte einsteigen möchte, findet eine ausführliche Analyse unter Ist EOS sicher?, Fachbegriffe erklärt unser EOS Glossar.

Wo geht es weiter?

Sie wissen jetzt, was EOS ist. Je nachdem, was Sie vorhaben, helfen Ihnen diese Seiten weiter:

EOS kaufen

Schritt für Schritt EOS (A) sicher kaufen.

Wallets

Die besten EOS-Wallets: mobil, Desktop, Hardware.

Staking

EOS-Staking und REX: Woher die Rendite kommt.

Ist EOS sicher?

SEC-Fall, echte Risiken und „Ist EOS tot?“

Häufige Fragen

Was ist EOS in einfachen Worten?

EOS ist eine Blockchain, auf der Programme (Smart Contracts) und Apps laufen, ohne dass Nutzer für jede Transaktion eine Gebühr zahlen müssen. Gleichzeitig ist EOS der Name der zugehörigen Kryptowährung, die heute unter dem Kürzel A gehandelt wird.

Wer steckt hinter EOS?

Entwickelt wurde die Software ab 2017 von der Firma Block.one mit CEO Brendan Blumer und CTO Dan Larimer. Seit 2021 koordiniert die EOS Network Foundation – heute Vaulta Foundation – das Projekt. Betrieben wird das Netzwerk von 21 gewählten Block Producern. Die ganze Chronik steht unter EOS Geschichte.

Ist EOS dasselbe wie Vaulta?

Ja. Vaulta ist der neue Name des EOS-Netzwerks seit 2025. Die Blockchain, Konten und Verträge sind gleich geblieben, nur Marke und Token-Kürzel haben sich geändert: aus EOS wurde A. Mehr dazu unter EOS wird Vaulta.

Wofür braucht man den EOS Coin?

Der Token dient zum Mieten von Rechenressourcen (CPU, NET), zum Kauf von Speicher (RAM), zum Staking über REX, zur Wahl der Block Producer und als Zahlungsmittel in dApps.

Hat EOS etwas mit Canon EOS zu tun?

Nein. Canon EOS ist eine Kamerareihe, VW Eos ein Auto. Die Kryptowährung EOS ist ein eigenständiges Blockchain-Projekt ohne Bezug zu diesen Marken.

Ist EOS dezentral?

Teilweise. Zwar wählen Token-Halter die Block Producer, doch nur 21 Produzenten erzeugen aktiv Blöcke – darunter auch Börsen. Kritiker sehen darin eine Schwäche. Die Details erklären wir unter DPoS und Block Producer.

Was ist der Unterschied zwischen EOS, EOSIO und Antelope?

EOS ist die Blockchain bzw. der Token. EOSIO hieß die ursprüngliche Software von Block.one. Antelope ist der Community-Fork dieser Software, auf dem das Netzwerk seit September 2022 läuft. Mehr dazu unter Antelope und EOSIO.

Quellen

  1. Vaulta – offizielle Website
  2. SEC – Vergleich mit Block.one (2019)
  3. The Block – Antelope-Update trennt EOS von Block.one
  4. EOS Network Foundation – Spring 1.0 und Savanna
  5. The Block – Angebotsdeckel 2,1 Mrd. beschlossen
  6. Vaulta Docs – Ressourcen
  7. AntelopeIO auf GitHub

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