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Chronik

EOS Geschichte: vom Milliarden-ICO zur Vaulta-Chain

Kaum ein Kryptoprojekt hat so eine wechselvolle Geschichte wie EOS: das größte ICO seiner Zeit, ein holpriger Mainnet-Start, Ärger mit der SEC, der Bruch mit dem Gründerunternehmen und schließlich der Neustart als Vaulta. Hier ist die komplette Chronik mit allen wichtigen Daten.

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2018Mainnet-Start

6 Min. Lesezeit

Auf dieser Seite
  1. EOS Geschichte im Zeitraffer
  2. 2017–2018: das EOS ICO und der große Hype
  3. Juni 2018: ein holpriger Mainnet-Start
  4. 2019–2021: SEC, Enttäuschung und der Abschied von Larimer
  5. 2021–2022: Die Community übernimmt
  6. 2023–2024: EVM, neue Tokenomics und Savanna
  7. 2025: EOS wird Vaulta
  8. Nach dem Rebranding: Delistings und neues Tief
  9. Was die Geschichte für heute bedeutet
  10. Weiterlesen

TL;DR

  • Das EOS ICO lief ein Jahr (Juni 2017 – Juni 2018), verkaufte 900 Mio. Token und brachte rund 4,1 Mrd. US-Dollar ein.
  • Das Mainnet startete im Juni 2018; 2019 zahlte Block.one 24 Mio. US-Dollar an die SEC.
  • Ab 2021 übernahm die Community: Gründung der EOS Network Foundation, Stopp der Block.one-Freigabe, 2022 Fork zu Antelope.
  • 2024 folgten Savanna (≈ 1 s Finalität) und die 2,1-Mrd.-Obergrenze, 2025 der Wechsel zu Vaulta und Token A.

EOS Geschichte im Zeitraffer

Wer verstehen will, warum EOS heute so dasteht, wie es dasteht, kommt an der Vergangenheit nicht vorbei. Die Kurzfassung: ein extrem gut finanzierter Start, große Versprechen, dann jahrelange Enttäuschung – und schließlich eine Community, die das Projekt ohne seinen Gründer weiterführt. Die folgende Zeitleiste fasst die wichtigsten Stationen zusammen, die Abschnitte darunter liefern den Kontext.

  1. 2017Whitepaper und Start des ICO

    Block.one veröffentlicht das technische Whitepaper zu EOS.IO. Im Juni beginnt der einjährige Token-Verkauf.

  2. Apr 2018Allzeithoch

    Ende April erreicht EOS rund 22,9 US-Dollar (CoinMarketCap) – bis heute der Höchststand.

  3. Jun 2018Mainnet-Start

    Der erste Block trägt den Zeitstempel 8. Juni 2018. Kurz nach der Aktivierung steht die Chain für einige Stunden still.

  4. Sep 2019Vergleich mit der SEC

    Block.one zahlt 24 Millionen US-Dollar wegen des nicht registrierten ICOs.

  5. Jan 2021Dan Larimer geht

    Der CTO verlässt Block.one; der Kurs fällt daraufhin deutlich.

  6. Apr 2021PowerUp ersetzt das alte Ressourcenmodell

    CPU und NET werden nun für 24 Stunden gemietet statt dauerhaft gestakt.

  7. Aug 2021EOS Network Foundation

    Die ENF wird gegründet und von den Block Producern finanziert.

  8. Dez 2021Stopp der Block.one-Freigabe

    Per Multisig beenden die Producer die weitere Freigabe von EOS an Block.one.

  9. Sep 2022Antelope und Leap 3.1

    Der Community-Fork kappt die technische Abhängigkeit von Block.one.

  10. Apr 2023EOS EVM

    Eine Ethereum-kompatible Schicht startet als Mainnet-Beta.

  11. 2024Neue Tokenomics und Savanna

    Obergrenze von 2,1 Milliarden, REX 2.0 mit 21 Tagen Sperrfrist und ab 25. September rund 1 Sekunde Finalität.

  12. 2025Vaulta und Token A

    Rebranding im März, Tausch EOS → A ab 14. Mai, Abschaltung der EOS EVM im Oktober.

2017–2018: das EOS ICO und der große Hype

Hinter EOS stand Block.one, ein Unternehmen mit den Mitgründern Brendan Blumer (CEO) und Dan Larimer (CTO). Larimer galt als erfahrener Blockchain-Architekt. Das Versprechen: eine Plattform, die Anwendungen mit hoher Geschwindigkeit und ohne Gebühren für Nutzer ermöglicht.

Finanziert wurde das Ganze über ein ungewöhnlich langes ICO. Von Juni 2017 bis Juni 2018 verkaufte Block.one insgesamt 900 Millionen Token. Die Einnahmen werden meist auf rund 4,1 Milliarden US-Dollar beziffert, damals das größte ICO überhaupt. Da in ETH bezahlt wurde, schwanken die Angaben zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden; die SEC sprach von „mehreren Milliarden Dollar“. Weitere 100 Millionen Token – zehn Prozent der ersten Milliarde – erhielt Block.one selbst, mit zehnjähriger Freigabe.

Ende April 2018, noch vor dem Mainnet-Start, erreichte EOS sein Allzeithoch von rund 22,9 US-Dollar. Dieser Wert wurde nie wieder erreicht.

1 JahrDauer des ICO
900 Mio.verkaufte Token
≈ 4,1 Mrd. $Einnahmen
≈ 22,9 $Allzeithoch (April 2018)

Juni 2018: ein holpriger Mainnet-Start

Der Start war für Anfang Juni geplant, verschob sich aber nach einem Sicherheitshinweis des Unternehmens Qihoo 360. Der erste Block der Chain trägt den Zeitstempel 8. Juni 2018. Medien berichteten, dass die nötige Schwelle von 15 % gestakter Token Mitte Juni erreicht wurde; kurz darauf stand die Chain für mehrere Stunden still. Für ein Projekt, das mit Geschwindigkeit warb, war das ein unglücklicher Auftakt. Ein On-Chain-Feld nennt übrigens den 20. Juni 2018 als Aktivierungszeitpunkt – die Quellen weichen hier voneinander ab.

Trotzdem lief das Netz danach stabil. Spiele, Wettanwendungen und dezentrale Börsen wanderten auf EOS, weil Nutzer dort keine Gas-Gebühren zahlen mussten. Bis heute weist die Foundation über 3.000 Tage ohne Netzausfall aus.

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Die ICO-Ära 2017/2018: Milliarden flossen in Krypto-Projekte – EOS sammelte so viel wie kein anderes.

2019–2021: SEC, Enttäuschung und der Abschied von Larimer

Am 30. September 2019 verkündete die SEC einen Vergleich: Block.one zahlte 24 Millionen US-Dollar, weil das ICO nicht als Wertpapierangebot registriert war. Später kam eine US-Sammelklage hinzu, die mit 22 Millionen US-Dollar verglichen wurde. Details und Einordnung finden Sie unter Ist EOS sicher?.

Gleichzeitig wuchs der Frust in der Community. Block.one baute mit dem sozialen Netzwerk Voice und später der Börse Bullish eigene Produkte, investierte aber aus Sicht vieler Halter zu wenig in EOS selbst. Am 10. Januar 2021 gab Dan Larimer bekannt, dass er Block.one zum Jahresende 2020 verlassen hatte. Der Kurs fiel daraufhin um 20 bis 30 %, je nach Quelle.

Technisch änderte sich 2021 das Ressourcenmodell: Statt CPU und NET dauerhaft zu staken, werden sie seit April 2021 über PowerUp für jeweils einen Tag gemietet. Wie das heute funktioniert, erklärt der Ratgeber zu RAM, CPU und NET.

2021–2022: Die Community übernimmt

Im August 2021 entstand die EOS Network Foundation (ENF) unter der Leitung von Yves La Rose, zuvor Chef des Block Producers EOS Nation. Finanziert wurde sie über einen Beschluss der Block Producer – ein Novum, denn bis dahin hatte Block.one die Entwicklung kontrolliert.

Im Dezember 2021 folgte der Bruch: Per Multisig stoppten die Producer die weitere Freigabe von EOS an Block.one. Anfang 2022 prüfte die ENF rechtliche Schritte und forderte 4,1 Milliarden US-Dollar; im Juli 2023 kündigte sie eine Klage wegen einer nicht eingehaltenen Investitionszusage über eine Milliarde an. Wie dieses Verfahren endete, ist uns nicht verlässlich bekannt.

Am 21. September 2022 wechselte das Netz per Hard Fork auf Antelope mit der Node-Software Leap 3.1 – einem Community-Fork von EOSIO. Damit endete die technische Abhängigkeit von Block.one endgültig. Wie Antelope aufgebaut ist und welche Chains es nutzen, beschreibt die Seite Antelope und EOSIO.

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2023–2024: EVM, neue Tokenomics und Savanna

Am 14. April 2023 startete die EOS EVM als Mainnet-Beta. Entwickler konnten damit Solidity-Verträge und Ethereum-Werkzeuge wie MetaMask nutzen. Ein dauerhafter Erfolg wurde daraus nicht: Im Oktober 2025 wurde die EVM-Schicht wieder abgeschaltet.

2024 war technisch und ökonomisch das wichtigste Jahr seit dem Start:

  • Neue Tokenomics: Die Producer beschlossen eine feste Obergrenze von 2,1 Milliarden Token und einen Halving-Plan alle vier Jahre. Details in der EOS Tokenomics.
  • REX 2.0: Ab dem 8. Juli 2024 werden Staking-Belohnungen aus einer Reserve von 250 Millionen Token gezahlt; die Sperrfrist beträgt 21 Tage.
  • Savanna: Am 25. September 2024 wechselte das Netz auf Spring 1.0. Die Finalität sank von rund drei Minuten auf etwa eine Sekunde.
  • exSat: Im Ökosystem entstand ein Bitcoin-„Docking Layer“, der Ende 2024 startete.

2025: EOS wird Vaulta

Am 18. März 2025 gab das Netzwerk die Umbenennung in Vaulta bekannt. Ziel ist eine Positionierung als Infrastruktur für „Web3 Banking“ mit vier Säulen: Vermögensverwaltung, Zahlungen, tokenisierte Investments und Versicherungen. Der Kurs stieg nach der Ankündigung um rund 30 %.

Seit dem 14. Mai 2025 lässt sich EOS im Verhältnis 1:1 in den neuen Token A tauschen. Chain-ID, Konten und Verträge blieben unverändert. Große Börsen wie Binance, Kraken, KuCoin und Bitvavo tauschten automatisch für ihre Kunden; Coinbase unterstützte den Wechsel nicht. Upland verließ EOS im April 2025, im Juli kündigte World Liberty Financial eine Partnerschaft an. Im November 2025 gab Foundation-Chef Yves La Rose seinen Rücktritt bekannt.

Den Tausch Schritt für Schritt erklärt EOS in A tauschen; was das Rebranding für Halter bedeutet, steht unter EOS wird Vaulta.

Nach dem Rebranding: Delistings und neues Tief

Der Neustart als Vaulta beendete die Talfahrt nicht. Das Allzeithoch des neuen Tokens A lag Ende Mai 2025 bei rund 0,78 US-Dollar, kurz nachdem große Börsen den Handel mit A aufgenommen hatten. Danach ging es wieder abwärts. Im Juni 2026 markierte der Token mit etwa 0,058 US-Dollar ein neues Allzeittief – rund 99 % unter dem Rekord von 2018.

Parallel zogen sich einzelne Anbieter zurück. Coinbase hatte den Tausch nicht unterstützt und nahm EOS vom Markt, die Wallet Exodus kündigte an, A nicht zu unterstützen und EOS zum 1. August 2026 einzustellen. Für Bitfinex wird ein Delisting von A im Juli 2026 berichtet, die Originalmitteilung konnten wir allerdings nicht abrufen. Umgekehrt handeln Binance, Kraken, OKX, Bybit, KuCoin oder WhiteBIT den Token weiterhin, einige davon auch gegen Euro. Eine Übersicht bietet unsere Seite zu den EOS Börsen.

Was die Geschichte für heute bedeutet

Was geblieben ist

  • Ein seit 2018 laufendes Netz ohne Ausfall
  • Echte technische Fortschritte wie Savanna
  • Eine Community, die das Projekt eigenständig trägt

Was belastet

  • Rund 99 % Kursverlust seit dem Hoch
  • Vertrauensschaden durch den Block.one-Konflikt
  • Abwanderung von dApps und Börsen

Für einen Blick nach vorn lohnt sich unsere EOS Prognose mit Szenarien statt Kurszielen. Einen Überblick über das Projekt insgesamt bietet Was ist EOS?.

Weiterlesen

EOS → Vaulta

Warum EOS zu Vaulta wurde und wie der Tausch in A-Token funktioniert.

Antelope / EOSIO

Von EOSIO zu Antelope, Spring und Savanna.

Ist EOS sicher?

SEC-Fall, echte Risiken und „Ist EOS tot?“

Tokenomics

Maximalangebot, Umlauf, Burns und Halving.

Häufige Fragen

Wann wurde EOS gestartet?

Das Whitepaper zu EOS.IO erschien 2017. Das Mainnet ging im Juni 2018 an den Start; der erste Block der Chain trägt den Zeitstempel 8. Juni 2018.

Wie lief das EOS ICO ab?

Das ICO dauerte ein ganzes Jahr, von Juni 2017 bis Juni 2018. Verkauft wurden 900 Millionen Token. Die Einnahmen werden meist mit rund 4,1 Milliarden US-Dollar angegeben; weil in ETH bezahlt wurde, schwanken die Angaben zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden.

Wer hat EOS gegründet?

EOS wurde von der Firma Block.one entwickelt. Mitgründer waren Brendan Blumer als CEO und Dan Larimer als CTO. Larimer verließ Block.one zum Jahresende 2020 und gab dies im Januar 2021 bekannt.

Was war der Preis beim EOS ICO?

Bezahlt wurde in ETH, einen einheitlichen Ausgabepreis in US-Dollar nennen unsere Quellen nicht. Der Durchschnitt ergibt sich rechnerisch aus rund 4,1 Milliarden US-Dollar geteilt durch 900 Millionen Token, also grob 4,5 US-Dollar – eine Näherung, kein offizieller Preis.

Warum heißt EOS heute Vaulta?

Am 18. März 2025 kündigte das EOS-Netzwerk die Umbenennung in Vaulta an, verbunden mit einer Neuausrichtung auf „Web3 Banking“. Seit dem 14. Mai 2025 lässt sich EOS 1:1 in den neuen Token A tauschen. Mehr dazu auf unserer Seite EOS wird Vaulta.

Was war der höchste EOS-Kurs?

Das Allzeithoch lag Ende April 2018 bei rund 22,9 US-Dollar laut CoinMarketCap; CoinGecko nennt 22,71 US-Dollar.

Quellen

  1. SEC — Block.one Vergleich und ICO-Zeitraum (2019)
  2. CoinDesk — Dan Larimer verlässt Block.one (2021)
  3. Cointelegraph — EOS-Mainnet friert kurz nach Start ein
  4. The Block — Antelope-Update kappt Bindung an Block.one
  5. ENF — Spring 1.0 und Savanna Hard Fork
  6. The Block — 2,1-Mrd.-Obergrenze genehmigt
  7. CoinDesk — EOS wird zu Vaulta
  8. Vaulta — Token-Swap startet am 14. Mai

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