6 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite
- Keine Gas-Gebühren: Das Prinzip
- Die drei Ressourcen im Überblick
- Ressourcen-Rechner: Was kostet Ihre Nutzung?
- RAM: Speicher, den Sie besitzen
- CPU und NET: Mieten statt kaufen mit PowerUp
- Wer bezahlt? dApps, Wallets und Fuel
- EOS-Gebühren im Vergleich
- Praxis: Ressourcen verwalten
- Häufige Fehlermeldungen und ihre Ursachen
- Sollte man RAM als Anlage kaufen?
- Ressourcen und Staking: Was hat REX damit zu tun?
TL;DR
- RAM ist Speicher, den Sie kaufen und besitzen (zuletzt ≈ 0,35 A pro KB, 0,5 % Gebühr je Kauf/Verkauf).
- CPU (Mikrosekunden) und NET (Bytes) werden per PowerUp für 24 Stunden gemietet.
- Eine einfache Überweisung braucht ≈ 130 µs CPU und ≈ 150 Bytes NET – die Miete liegt unter der Mindestgebühr von 0,0001 A.
- dApps und Wallets können Ressourcen für ihre Nutzer bezahlen – daher das „gebührenfreie“ Erlebnis.
Keine Gas-Gebühren: Das Prinzip
Auf Ethereum zahlen Sie für jede Transaktion „Gas“. Bei hoher Auslastung kann eine einfache Überweisung mehrere Euro kosten. EOS – heute Vaulta – hat sich 2018 bewusst für ein anderes Modell entschieden: Statt pro Transaktion zu zahlen, verfügt jedes Konto über Ressourcen. Eine Transaktion wird angenommen, wenn das zahlende Konto genug CPU und NET hat und die gespeicherten Daten in RAM passen, das jemandem gehört.
Der Clou: Das „zahlende Konto“ muss nicht Ihres sein. Eine dApp kann als Ressourcenzahler mitsignieren und die Kosten für ihre Nutzer übernehmen. So fühlt sich EOS für viele Nutzer wirklich gebührenfrei an – ähnlich wie eine Website, deren Serverkosten der Betreiber trägt und nicht der Besucher.
Die drei Ressourcen im Überblick
| Ressource | Misst | Wie bekommen? | Charakter |
|---|---|---|---|
| RAM | Gespeicherte Daten (Bytes) | Kaufen am RAM-Markt | Besitz, wiederverkaufbar |
| CPU | Rechenzeit (Mikrosekunden) | PowerUp, 24 Std. | Verbrauch, erneuerbar |
| NET | Datenvolumen (Bytes) | PowerUp, 24 Std. | Verbrauch, erneuerbar |
Ressourcen-Rechner: Was kostet Ihre Nutzung?
Spielen Sie mit dem Rechner durch, was ein neues Konto, ein paar Überweisungen pro Tag oder eine kleine dApp an Ressourcen brauchen. Die Werte sind Näherungen auf Basis aktueller Kettenparameter.
EOS-Ressourcenrechner
Live-RAM-Preis: 0,345 A/KB- Tägliche CPU+NET-Miete
- —
- RAM-Kosten
- —
- Ihr Anteil
- —
CPU und NET werden tageweise gemietet (PowerUp); RAM kauft man einmalig und kann ihn später zurückverkaufen. Gas pro Transaktion wie bei Ethereum gibt es nicht. Schätzung; abhängig von der Netzauslastung.
RAM: Speicher, den Sie besitzen
RAM speichert alles, was dauerhaft auf der Blockchain liegt: Token-Salden, Vertragscode und Tabellenzeilen. Anders als CPU und NET wird RAM nicht verbraucht, sondern belegt. Sie kaufen ihn vom Systemvertrag (Aktionen buyram oder buyrambytes) und können ihn später zurückverkaufen.
Wie der RAM-Preis entsteht
Der Preis wird von einem Bancor-Algorithmus berechnet: Je weniger RAM frei ist, desto teurer wird jedes weitere Byte. Insgesamt gibt es rund 390 GiB RAM, zuletzt waren etwa 82 % davon belegt. Daraus ergab sich ein Preis von rund 0,35 A pro KB. Auf jeden Kauf und Verkauf fallen 0,5 % Gebühr an, die ins Gebührensystem des Netzwerks fließen. Weil der Preis vom Markt abhängt, haben Spekulanten in der Vergangenheit immer wieder RAM gehortet – das ist möglich, aber riskant.
Neuerungen seit 2024
ramtransfer: RAM lässt sich gebührenfrei zwischen Konten übertragen.ramburn/buyramburn: RAM kann dauerhaft vernichtet werden (aneosio.null).giftram: Onboarding-Dienste können neuen Nutzern RAM leihen, der an den Schenker gebunden bleibt.- WRAM: Ein „wrapped RAM“-Token macht RAM an Börsen und DEXs handelbar.
Typische Werte: Ein neues Konto braucht rund 2.996 Bytes (≈ 1 A). Wer nach dem Tausch EOS → A zum ersten Mal A empfängt, benötigt zusätzlich etwa 241 Bytes. Mehr zum Kontomodell: EOS-Konto erstellen.

CPU und NET: Mieten statt kaufen mit PowerUp
CPU misst, wie lange die Block Producer an Ihrer Transaktion rechnen – in Mikrosekunden (µs). NET misst, wie viele Bytes Ihre Transaktion im Netz belegt. Früher musste man dafür Token „staken“, später konnte man sie über REX mieten. Seit dem 8. April 2021 gilt vollständig das PowerUp-Modell:
- Sie zahlen eine Gebühr in A und erhalten für 24 Stunden einen Anteil an der Gesamtkapazität.
- Der Preis folgt einer Kurve:
Preis = min + (max − min) · Auslastung(Exponent − 1)mit Exponent 2, Mindestpreis 2.500 und Höchstpreis 75.000 A für 100 % der Kapazität pro Tag. - Die Auslastung baut sich über 24 Stunden wieder ab. Zuletzt lag die CPU-Auslastung bei nur rund 2,8 %.
- Die Mindestgebühr pro PowerUp beträgt 0,0001 A – die kleinste Einheit des Tokens.
Was eine Überweisung tatsächlich braucht
Wir haben eine Stichprobe echter A-Überweisungen ausgewertet: Der Median lag bei rund 130 µs CPU (Spanne 100–300 µs; 100 µs ist das Protokoll-Minimum) und 148 Bytes NET. Rechnet man die PowerUp-Preise selbst bei ungünstigen Annahmen durch, kostet eine Millisekunde CPU für einen Tag rund 0,00013 A. Eine einfache Überweisung liegt damit unter der Mindestgebühr – effektiv zahlen Sie also etwa 0,0001 A. Ist das Netz wenig ausgelastet, sorgen elastische Limits dafür, dass es oft noch günstiger wird.
Krypto ausprobieren – ohne großes Risiko
Eröffnen Sie kostenlos ein Konto auf einer regulierten Plattform und kaufen Sie Ihre erste Kryptowährung mit einem kleinen Euro-Betrag.
Lizenzierte, regulierte Plattform · seit 2013 am Markt
Wer bezahlt? dApps, Wallets und Fuel
Das Ressourcenmodell erlaubt, dass jemand anderes für Sie zahlt:
- Vertragskonten zahlen RAM: Legt eine dApp Daten in ihren Tabellen ab, kann sie den RAM dafür selbst tragen.
- Mitsignieren für CPU/NET: Eine App kann als Ressourcenzahler mit signieren. Bei Greymass heißt der Dienst Fuel – Anchor-Nutzer profitieren automatisch davon.
- Wallets mit Gratis-Ressourcen: Wombat übernimmt CPU und NET für ihre Nutzer, Anchor sponsert die Kontoerstellung.
Ein Detail für Neugierige: Block Producer dürfen fehlgeschlagene Transaktionen „subjektiv“ abrechnen, um Spam abzuwehren. Diese Abrechnung wird nicht auf der Chain gespeichert, kann aber erklären, warum ein Konto nach vielen Fehlversuchen kurzzeitig ausgebremst wird.
EOS-Gebühren im Vergleich
Wie schlägt sich das Modell gegen Bitcoin und Ethereum? Bei Bitcoin zahlen Sie eine Gebühr an die Miner, die je nach Auslastung stark schwankt. Bei Ethereum zahlen Sie Gas, ebenfalls marktabhängig. Bei EOS tragen Sie (oder die App) einmalige RAM-Kosten und minimale Tagesmieten.
Der Nachteil: Das Modell ist erklärungsbedürftig, und „Ressourcen“ sind für Einsteiger zunächst verwirrend. Einen ausführlichen Vergleich von Tempo und Kosten bietet EOS vs. Ethereum und Bitcoin.

Praxis: Ressourcen verwalten
- Status prüfen
Geben Sie Ihren Kontonamen im EOS-Explorer ein. Sie sehen RAM-Kontingent und -Verbrauch sowie verfügbare CPU und NET.
- RAM kaufen
Im Portal Unicove wählen Sie „RAM“, geben Bytes oder A-Betrag ein und signieren mit Ihrer Wallet. Kaufen Sie nur, was Sie brauchen.
- PowerUp nutzen
Fehlt CPU, mieten Sie per PowerUp nach. Viele Wallets erledigen das automatisch im Hintergrund.
- Überschüssigen RAM verkaufen
Brauchen Sie RAM nicht mehr, verkaufen Sie ihn zurück – unter Berücksichtigung der 0,5 % Gebühr.
Häufige Fehlermeldungen und ihre Ursachen
| Meldung (sinngemäß) | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| CPU usage exceeded | Zu wenig gemietete CPU | PowerUp oder Wallet mit Fuel |
| NET usage exceeded | Zu wenig Bandbreite | PowerUp für NET |
| Insufficient RAM | Kein Platz für neue Daten | RAM nachkaufen |
| Erste A-Buchung scheitert | Es fehlen ≈ 241 Bytes | Etwas RAM kaufen |
Die meisten dieser Fehler treten bei Konten auf, die vor Jahren angelegt und lange nicht genutzt wurden – etwa wenn alter EOS endlich in A getauscht werden soll. Dann reicht meist ein kleiner RAM-Kauf oder ein PowerUp, und der Tausch läuft durch. Die komplette Anleitung finden Sie unter EOS in A tauschen.
Sollte man RAM als Anlage kaufen?
In Foren taucht immer wieder die Idee auf, RAM als Spekulationsobjekt zu horten, weil das Angebot begrenzt ist. Technisch ist das möglich, und mit WRAM lässt sich RAM sogar an Börsen handeln. Bedenken Sie aber: Der Preis hängt am Bancor-Algorithmus und damit an der Nachfrage nach Speicher, und auf jeden Kauf und Verkauf fallen 0,5 % Gebühr an. Gleichzeitig ist der Preis in A notiert – fällt A, fällt auch der Euro-Wert Ihres RAM. Für normale Nutzer gilt: Kaufen Sie so viel RAM, wie Sie brauchen, nicht mehr.
Ressourcen und Staking: Was hat REX damit zu tun?
Früher waren Ressourcen und Staking eng verknüpft: Wer Token für CPU und NET „delegierte“, bekam Rechenzeit, und über REX konnte man Ressourcen vermieten. Seit PowerUp und REX 2.0 sind beide Welten weitgehend getrennt. REX ist heute vor allem ein Staking-Pool, der aus einer festen Reserve gespeist wird – mit 21 Tagen Sperrfrist. Alles dazu unter EOS Staking.
Wer mehr über die Begriffe wissen will, findet sie kompakt in unserem EOS-Glossar. Und wer verstehen will, wer die CPU eigentlich bereitstellt: Das sind die 21 Block Producer, die das Netz betreiben.
Konto erstellen
So erstellen Sie ein EOS-Konto mit 12 Zeichen.
Staking
EOS-Staking und REX: Woher die Rendite kommt.
EOS vs. ETH vs. BTC
Tempo, Gebühren, Konsens – mit TPS-Tacho.
Anchor Wallet
Ausführlicher Test der Anchor Wallet von Greymass.
Häufige Fragen
Hat EOS wirklich keine Gebühren?
Es gibt keine Gas-Gebühr pro Transaktion. Stattdessen braucht jede Transaktion CPU und NET, die per PowerUp für einen Tag gemietet werden, sowie RAM für gespeicherte Daten. Für eine einfache Überweisung liegen die Kosten unter 0,0001 A, und oft übernimmt die Wallet oder die dApp sie ganz.
Was ist der Unterschied zwischen RAM und CPU bei EOS?
RAM ist dauerhafter Speicherplatz auf der Blockchain, den Sie kaufen und besitzen. CPU ist Rechenzeit in Mikrosekunden, die bei jeder Transaktion verbraucht wird und täglich neu gemietet werden kann. RAM ist also eine Anschaffung, CPU ein Verbrauchsgut.
Was kostet EOS RAM?
Der RAM-Preis wird von einem Bancor-Algorithmus bestimmt und hängt davon ab, wie viel RAM noch frei ist. Zuletzt lag er bei rund 0,35 A pro KB. Beim Kauf und Verkauf fallen jeweils 0,5 % Gebühr an. Den aktuellen Wert zeigt unser Rechner oder Unicove.
Was ist EOS PowerUp?
PowerUp ist das Mietmodell für CPU und NET, das seit April 2021 gilt. Sie zahlen eine kleine Gebühr in A und erhalten für 24 Stunden einen Anteil an der Netzwerkkapazität. Der Preis steigt mit der Auslastung des Netzes.
Kann ich RAM wieder verkaufen?
Ja. RAM gehört Ihnen und lässt sich an den Systemvertrag zurückverkaufen, abzüglich 0,5 % Gebühr. Der Preis kann sich zwischen Kauf und Verkauf geändert haben – nach oben wie nach unten.
Warum schlägt meine Transaktion mit „CPU usage exceeded“ fehl?
Ihr Konto hat nicht genug CPU für die Transaktion. Mieten Sie per PowerUp etwas CPU nach oder nutzen Sie eine Wallet wie Anchor, die Ressourcen über einen Dienst wie Fuel mitbezahlt.
Quellen
eoscoin.org ist ein unabhängiges Informations- und Vergleichsportal. Die Inhalte stellen keine Finanz-, Anlage- oder Rechtsberatung dar. Kryptowerte unterliegen starken Kursschwankungen – informieren Sie sich selbst, bevor Sie Entscheidungen treffen. Haftungsausschluss · Über uns






