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Auf dieser Seite
- EOS vs. Ethereum vs. Bitcoin: das Wichtigste vorab
- EOS TPS: Theorie, Rekorde und Realität
- Blockzeit und Finalität: wann ist eine Zahlung endgültig?
- Gebühren: Ressourcenmodell statt Gas
- Konsens und Dezentralität: der Preis der Geschwindigkeit
- Smart Contracts und Konten im Vergleich
- Angebot und Geldpolitik
- Für wen eignet sich welches Netzwerk?
- Weiterlesen
TL;DR
- EOS (heute Vaulta) erzeugt alle 0,5 Sekunden einen Block und erreicht rund 1 Sekunde Finalität – Ethereum braucht etwa 13 Minuten, Bitcoin rund eine Stunde.
- Die rechnerische Kapazität liegt bei rund 4.000 TPS, die reale Last aber nur bei etwa 13 TPS.
- Statt Gas pro Transaktion nutzt EOS ein Ressourcenmodell (CPU, NET, RAM); für Endnutzer sind Transaktionen oft kostenlos.
- Der Preis der Geschwindigkeit: nur 21 aktive Block Producer – deutlich zentraler als Ethereum oder Bitcoin.
EOS vs. Ethereum vs. Bitcoin: das Wichtigste vorab
Wer „EOS vs. Ethereum“ sucht, stößt schnell auf alte Werbeversprechen aus dem Jahr 2018: Millionen Transaktionen pro Sekunde, das „Ethereum-Killer“-Narrativ, keine Gebühren. Ein Teil davon stimmt, ein anderer Teil hat sich nie bewahrheitet. Dieser Vergleich hält sich an Zahlen, die sich aus dem Quellcode, den Chain-Parametern oder unabhängigen Messdiensten ableiten lassen.
Kurz zur Einordnung: EOS heißt seit 2025 Vaulta, der Token trägt das Kürzel A. Technisch ist es dieselbe Chain mit derselben Chain-ID, denselben Konten und denselben Smart Contracts. Wir sprechen hier weiter von EOS, weil die meisten Vergleiche unter diesem Namen gesucht werden.
| Merkmal | EOS (Vaulta) | Ethereum | Bitcoin |
|---|---|---|---|
| Blockzeit | 0,5 s | 12 s | ≈ 10 min |
| Finalität | ≈ 1 s | ≈ 12,8 min | ≈ 60 min (6 Bestätigungen) |
| Konsens | DPoS + Savanna | Proof of Stake | Proof of Work |
| Gebühren | Ressourcen statt Gas | Gas pro Transaktion | Gebühr pro Transaktion |
| Blockerzeuger | 21 gewählte Producer | viele Validatoren | Miner |
EOS TPS: Theorie, Rekorde und Realität
Die Transaktionen pro Sekunde (TPS) sind die meistzitierte und am häufigsten missverstandene Kennzahl. Deshalb unterscheiden wir drei Werte: die theoretische Kapazität, die höchste je beobachtete Last und die reale Auslastung im Alltag. Der Tacho unten zeigt alle drei Werte für EOS und die Vergleichsnetze.
EOS-TPS-Tacho
- Blockzeit
- —
- Finalität
- —
- Nutzergebühr
- —
Zeit bis zur Finalität
Die EOS-Kapazität ist aus Chain-Parametern abgeleitet (200 ms CPU pro Block ÷ ca. 0,1 ms pro Transaktion × 2 Blöcke pro Sekunde). „Typisch“ zeigt die reale Nachfrage – das Netz läuft weit unter seiner Kapazität. BTC/ETH: Chainspect.
Die rechnerische Kapazität: rund 4.000 TPS
Ein EOS-Block darf höchstens 200.000 Mikrosekunden CPU-Zeit verbrauchen, jede Transaktion wird mit mindestens 100 Mikrosekunden abgerechnet. Daraus folgen maximal 2.000 einfache Transaktionen pro Block. Bei zwei Blöcken pro Sekunde ergibt das rund 4.000 TPS. Das ist eine Ableitung aus den aktuellen Chain-Parametern, kein gemessener Wert. Komplexere Transaktionen brauchen mehr CPU, die praktische Obergrenze liegt dann entsprechend niedriger.
Rekorde und Stresstests
Im Juli 2018 meldete ein Community-Monitor einen Spitzenwert von rund 2.822 TPS. Dieser Wert ist nicht unabhängig bestätigt; ein früherer „Rekord“ ging zudem auf Spam-Last zurück. Wir behandeln solche Zahlen deshalb nur als historische Randnotiz.
Die reale Last: etwa 13 TPS
In einer Stichprobe von 120 Blöcken über rund 25 Minuten fanden wir 786 Transaktionen mit 2.168 Aktionen – also etwa 13 Transaktionen pro Sekunde. Ein großer Teil davon stammt von automatisierten Verträgen. Zum Vergleich: Ethereum liegt bei Chainspect typischerweise um die 20 TPS auf Layer 1, Bitcoin im einstelligen Bereich. Die Netze sind im Alltag also gar nicht so weit voneinander entfernt, wie die Maximalwerte vermuten lassen.
Blockzeit und Finalität: wann ist eine Zahlung endgültig?
Für Nutzer zählt weniger die TPS-Zahl als die Frage, wie lange sie warten müssen, bis eine Überweisung nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Diese Eigenschaft heißt Finalität.
- EOS: Seit dem Hard Fork auf Spring 1.0 am 25. September 2024 arbeitet das Netz mit dem Konsensalgorithmus Savanna. Die Finalität sank damit von etwa 3 Minuten auf rund 1 Sekunde. Ein Abruf der Chain zeigt, dass der letzte unumkehrbare Block typischerweise nur zwei Blöcke hinter dem aktuellen liegt.
- Ethereum: Ein Slot dauert 12 Sekunden, endgültig ist ein Block nach zwei Epochen à 32 Slots – also nach etwa 12 Minuten und 48 Sekunden.
- Bitcoin: Im Schnitt entsteht alle zehn Minuten ein Block. Üblich ist es, sechs Bestätigungen abzuwarten, also rund eine Stunde.
Ein Beispiel aus dem Alltag: Schicken Sie einem Freund 10 A, ist die Transaktion praktisch sofort endgültig. Bei Ethereum warten Börsen bei Einzahlungen oft mehrere Minuten, bei Bitcoin teils eine Stunde. Für Spiele, Zahlungen am Point of Sale oder schnelle DeFi-Aktionen ist das ein echter Vorteil.
Gebühren: Ressourcenmodell statt Gas
Der vielleicht größte Unterschied liegt im Gebührenmodell. Bei Ethereum zahlen Sie für jede Transaktion Gas in ETH, bei Bitcoin eine Gebühr in BTC, die je nach Netzauslastung stark schwankt. EOS verzichtet auf eine Gebühr pro Transaktion.
Stattdessen braucht jedes Konto drei Ressourcen: CPU (Rechenzeit in Mikrosekunden), NET (Bandbreite in Bytes) und RAM (Speicher für Daten auf der Chain). CPU und NET werden über das PowerUp-System für jeweils 24 Stunden gemietet, RAM wird gekauft und kann später wieder verkauft werden. Eine einfache Token-Überweisung verbraucht etwa 130 Mikrosekunden CPU und rund 150 Bytes NET; die Miete dafür liegt unter der kleinsten Einheit von 0,0001 A.
In der Praxis übernehmen viele Wallets und dApps diese Kosten. Anchor etwa nutzt mit Greymass Fuel einen Dienst, der Transaktionen mitsigniert und die Ressourcen bezahlt. Für Nutzer fühlt sich das wie kostenlose Transaktionen an. Wie das im Detail funktioniert und was ein Konto kostet, rechnen wir im Ratgeber zu RAM, CPU und NET mit einem interaktiven Rechner vor.

Konsens und Dezentralität: der Preis der Geschwindigkeit
EOS: Delegated Proof of Stake
Bei EOS wählen Token-Halter mit ihrem gestakten Guthaben die Blockerzeuger. Die 21 Block Producer mit den meisten Stimmen erzeugen reihum je 12 Blöcke, also sechs Sekunden lang. Seit Savanna stimmen diese 21 Producer zusätzlich als „Finalizer“ über jeden Block ab; sobald 15 von 21 zustimmen, ist er endgültig. Protokolländerungen brauchen ebenfalls eine Mehrheit von 15/21. Mehr dazu auf unserer Seite zu DPoS und Block Producern.
Ethereum: Proof of Stake mit vielen Validatoren
Ethereum setzt seit dem Merge ebenfalls auf Proof of Stake, verteilt die Validierung aber auf eine sehr große Zahl von Validatoren. Das macht das Netz robuster gegen Absprachen, kostet aber Zeit bis zur Finalität.
Bitcoin: Proof of Work
Bitcoin-Blöcke entstehen durch Mining mit hohem Energieaufwand. Das gilt als besonders zensurresistent, ist aber langsam. EOS lässt sich übrigens nicht minen – neue Token entstehen nur über die festgelegten Ausschüttungen aus Reserven.
Wo EOS vorne liegt
- Sehr kurze Blockzeit und Finalität in rund einer Sekunde
- Keine Gas-Gebühr pro Transaktion für Endnutzer
- Lesbare Kontonamen mit 12 Zeichen statt langer Hex-Adressen
- Eingebaute Rechteverwaltung und Multisig auf Kontoebene
Wo Ethereum und Bitcoin vorne liegen
- Deutlich mehr Validatoren bzw. Miner, höhere Dezentralität
- Viel größere Ökosysteme, mehr Liquidität und Entwickler
- Breitere Unterstützung durch Börsen und Wallets
- Weniger erklärungsbedürftiges Gebührenmodell
Den Einstieg in Kryptowährungen sauber planen
Wer Bitcoin, Ethereum und Co. selbst ausprobieren möchte, kann ein kostenloses Konto bei einer regulierten Plattform eröffnen – am besten mit einem kleinen Betrag zum Start.
Lizenzierte, regulierte Plattform · seit 2013 am Markt
Smart Contracts und Konten im Vergleich
Ethereum-Verträge werden meist in Solidity geschrieben und laufen in der Ethereum Virtual Machine. EOS-Verträge entstehen typischerweise in C++ und laufen als WebAssembly auf dem Antelope-Protokoll. Eine EVM-Schicht gab es auf EOS ebenfalls: Die EOS EVM startete am 14. April 2023 als Mainnet-Beta, wurde aber im Oktober 2025 abgeschaltet. Sie ist heute nur noch ein Kapitel der EOS-Geschichte.
Ein Unterschied, den Einsteiger sofort bemerken, sind die Konten. Bei Ethereum und Bitcoin ist Ihre „Adresse“ ein langer Zeichensalat. Bei EOS haben Sie einen Namen wie meinkonto123 – zwölf Zeichen aus a–z, 1–5 und Punkt. Dahinter stehen zwei Berechtigungen, owner und active, die sich auch auf mehrere Schlüssel verteilen lassen. Der Haken: Ein Konto muss angelegt werden und benötigt etwa 3 KB RAM. Anchor bietet dafür kostenlose Konten an; Schritt für Schritt erklärt das unsere Anleitung zum EOS-Konto erstellen.
Angebot und Geldpolitik
| Aspekt | EOS (Vaulta) | Bitcoin |
|---|---|---|
| Maximales Angebot | 2,1 Mrd. A | 21 Mio. BTC |
| Halving | alle 4 Jahre (nächstes 2028) | etwa alle 4 Jahre |
| Neue Coins durch | Ausschüttung aus Reserven | Mining |
Ethereum hat dagegen kein festes Maximalangebot. Bei EOS wurde 2024 eine Obergrenze von 2,1 Milliarden Token beschlossen; die laufende Ausschüttungsrate von rund 3,6 % pro Jahr halbiert sich alle vier Jahre, erstmals am 1. Juni 2028. Alle Details stehen auf unserer Seite zur EOS-Tokenomics.

Für wen eignet sich welches Netzwerk?
Die ehrliche Antwort: Die drei Netzwerke verfolgen unterschiedliche Ziele. Bitcoin will vor allem ein zensurresistenter Wertspeicher sein. Ethereum ist die größte Plattform für Smart Contracts und DeFi. EOS wurde für Anwendungen gebaut, bei denen viele kleine Aktionen schnell und ohne Gebühren für Nutzer laufen sollen – etwa Spiele oder Zahlungsdienste.
Für Entwickler zählt neben der Technik vor allem die Reichweite. Hier liegt EOS klar zurück: Die gesperrte Liquidität im Ökosystem bewegt sich laut DefiLlama im zweistelligen Millionenbereich, und große Anwendungen wie Upland haben die Chain verlassen. Welche Projekte noch aktiv sind, zeigt unser Verzeichnis der EOS dApps.
Aus Anlegersicht ist ein technischer Vorsprung kein Garant für steigende Kurse. Der Kurs von EOS liegt rund 99 % unter dem Allzeithoch von etwa 22,9 US-Dollar aus dem April 2018. Den aktuellen Stand sehen Sie im EOS-Kurs in Euro, eine nüchterne Risikoeinschätzung lesen Sie unter Ist EOS sicher?.
Weiterlesen
RAM / CPU / NET
RAM, CPU und NET erklärt – mit Rechner.
DPoS & Producer
Delegated Proof of Stake und die 21 Block Producer.
Antelope / EOSIO
Von EOSIO zu Antelope, Spring und Savanna.
Was ist EOS?
Was EOS ist, wer es entwickelt hat und was es besonders macht.
Häufige Fragen
Ist EOS schneller als Ethereum?
Bei Blockzeit und Finalität ja: EOS (Vaulta) erzeugt alle 0,5 Sekunden einen Block und erreicht seit dem Savanna-Upgrade rund 1 Sekunde Finalität. Ethereum arbeitet mit 12-Sekunden-Slots, die Finalität dauert etwa 12–13 Minuten. Bei der tatsächlich genutzten Last liegen beide Netze aber in einer ähnlichen Größenordnung von einigen Dutzend Transaktionen pro Sekunde.
Wie viele TPS schafft EOS wirklich?
Aus den Chain-Limits ergibt sich eine rechnerische Kapazität von rund 4.000 TPS (200.000 µs CPU pro Block ÷ 100 µs Mindest-CPU × 2 Blöcke pro Sekunde). In einer eigenen Stichprobe lag die reale Last bei nur etwa 13 Transaktionen pro Sekunde. Behauptungen von „Millionen TPS“ sind nicht haltbar.
Zahlt man bei EOS Gas-Gebühren wie bei Ethereum?
Nein. Statt Gas pro Transaktion gibt es ein Ressourcenmodell: CPU und NET werden per PowerUp für 24 Stunden gemietet, RAM wird gekauft. Viele Wallets und dApps übernehmen diese Kosten für ihre Nutzer. Details erklärt unser Ratgeber zu RAM, CPU und NET.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen EOS und Bitcoin?
Bitcoin ist in erster Linie digitales Geld mit Proof of Work und rund 10 Minuten Blockzeit. EOS ist eine Smart-Contract-Plattform mit Delegated Proof of Stake, 21 gewählten Block Producern und lesbaren Kontonamen. EOS kann nicht gemint werden.
Ist EOS dezentraler als Ethereum?
Nein. Bei EOS produzieren nur 21 aktive Block Producer die Blöcke, darunter auch Börsen. Ethereum verteilt die Validierung auf eine deutlich größere Zahl von Stakern. Das ist der Preis für die hohe Geschwindigkeit von EOS.
Gibt es EOS EVM noch?
Nein. Die EVM-Schicht auf EOS ging am 14. April 2023 als Mainnet-Beta an den Start und wurde im Oktober 2025 eingestellt. Nutzer wurden aufgefordert, auf die XSAT EVM von exSat umzuziehen.
Quellen
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